und obwohl auch nur hauch und schimmer,
das leben jedoch ist,
so etwas ist es, was man immer
im leben selbst vermisst,
und deshalb wahrlich: mensch, erfahre!
ins leben sacht hinein!
sonst wären all die langen jahre
an und für sich ein schein

1994 nov.

in allen breiten, allen weiten
unzählbare genauigkeiten,
was auch so fern, was auch so nah
es scheint, die welt ist längst schon da,
bewusst des eignen trüben ortes
und im wahren sinn des wahren wortes

06.01.1994

es gibt doch ein lied, wo die klänge
vollkommen werden, gesänge
stets warten und haben zeit
trotz ihrem klang der vollkommenheit
und schweben dann in die lieder ein
nach sinn, nach werd und dem sein

20.01.1981

Im Urchaos einst, am Weltenrand
gedacht, getan, das Nichts entstand
was da der Teil nach, wo das Ganze
alle Teilchen eilten weg zum Tanze
mit einem Hauch und Wellenschweben
sich machte denkbar auch das Leben
samt seiner wahren Fraglichkeit
das Nichts doch wusste schon Bescheid

doch ward der Mensch, ward froher Sinn
und ward des Nichts Nichtzählerin
es hiess, ja, hört, die Welt zu schonen
schrien auf im All die Plusprotonen

nur irgendwo die dichte Erde
und wiederum wie: Frühling, werde

1993 okt.

Geschehen Dinge, Wunder kaum.
Einmal ein Bär im Bärentraum
sah seine eigne Frau Bärine
beim Nähen mit der Nähmaschine,
bloss der Augenblick war nicht dabei.
Der Bär nahm morgens die Ursachen,
ging ohne Kost und Gruss und Lachen
und begründete die Treiberei,
die von Anfang an in Halbbetriebe,
weil Bären ziehen vor die Liebe.

Leicht in träumen eine mühle
zog auf wanderschaft
mit sich nahm sie sieben stühle
falls verlust an kraft

zuckte zögernd bei dem gehen
ihren lebenslauf
winde steigen winde wehen
immer sanft: bergauf

bleib nur ständig wandermühle
sei der pfad auch schwer
bei alten dingen schau und fühle
stets die wiederkehr

aus schatten klüften aus der kühle
denk dir ein zuhaus
dreh dich freudig teure mühle
aller nacht voraus